HAZ: Rekordjahr für die Aktionäre

Dirk Löhr

Passend zu unserem letzten Blogbeitrag

GELDREGEN DER EZB: VERTEILUNGSPOLITISCHER SEGEN?

erschien in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) vom 25.3. ein aufschlussreicher Artikel von Harald Schmidt und Friederike Marx: Rekordjahr für die Aktionäre. Der Wortlaut:

“Die jüngsten Dax-Rekorde sind nicht alles, was Aktionären derzeit Freude macht. Hinzu kommt der üppigste Geldregen aller Zeiten, wie die Beratungsgesellschaft EY in einer am Dienstag veröffentlichten Studie errechnet hat. Demnach schütten die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland insgesamt 29,5 Milliarden Euro aus. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. ‘Die Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr insgesamt Rekordgewinne erwirtschaftet“, sagt EY-Börsenexperte Martin Steinbach. „Die Aktionäre können sich entsprechend auf die bisher höchste Dividendenauszahlung überhaupt freuen.’

Größter Dividendenzahler ist den Angaben zufolge die Allianz: Der Versicherungskonzern zahlt seinen Aktionären 3,1 Milliarden Euro, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Auch Siemens (2,7 Mrd. Euro, plus 7 Prozent) und Daimler (2,6 Mrd. Euro, plus 9 Prozent) zeigen sich besonders großzügig. Über den stärksten Zuwachs können sich die K+S-Anteilseigner freuen: Der Düngemittelkonzern hat die Ausschüttung von 48 auf 172 Millionen Euro mehr als verdreifacht – nachdem er sie im Jahr davor allerdings noch drastischer gekürzt hatte.

Den Unternehmen fielen die Erhöhungen leicht, sagt Steinbach: „Die Gewinne steigen stärker als die Dividendenausschüttung – das deutet darauf hin, dass es die Unternehmen insgesamt nicht übertreiben und darauf achten wollen, dass sie ausreichend liquide Mittel vorhalten.“ Denn der gesamte Jahresüberschuss aller 30 Dax-Konzerne stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 14 Prozent auf 67,3 Milliarden Euro.

Im Moment sieht es nicht so aus, als würden die Gewinne in diesem Jahr auf breiter Front schrumpfen. Der niedrige Ölpreis und der schwache Euro befeuern den Export, wichtige Absatzmärkte wie die USA entwickeln sich gut, die Euro­zone kommt allmählich in Schwung, und der Binnenmarkt brummt dank Rekordbeschäftigung und steigender Löhne ohnehin. EY erwartet für Deutschland in diesem Jahr 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum und zeigt damit besonders viel Optimismus.

Insgesamt zahlen 20 Unternehmen ihren Aktionären in diesem Jahr mehr Dividende als 2014, nur zwei schütten weniger aus: Eon und die Deutsche Lufthansa. Die von Billigkonkurrenz und Streiks gebeutelte Fluggesellschaft hat die Dividende sogar ganz gestrichen und ist damit neben der Commerzbank das einzige Dax-Unternehmen, bei dem die Aktionäre leer ausgehen. Die EY­Experten sind jedenfalls überzeugt: Der Trend bei den Dividendenausschüttungen der Börsenschwergewichte zeigt eindeutig nach oben.

Allerdings profitiert nur eine Minderheit der Menschen in Deutschland davon: 2014 hatten nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts nur noch 8,4  Millionen Menschen oder rund 13  Prozent der Bevölkerung Geld in Aktien­ oder Aktienfonds angelegt. Allein­ 2014 trennten sich demnach rund eine halbe Million Deutsche von Aktien, seit dem Höchststand im Jahr 2001 kehrten fast 4,4 Millionen Anleger den Börsen den Rücken. „Es ist schwer verständlich, dass sich Anleger jetzt von Aktien trennen“, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Zumal der Dax seit Jahresanfang eine beeindruckende Rekord­jagd hingelegt hat.”

 

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