Gabriel droht: Google an die Leine?

Aus einer Mail von Prof. Dr. Johann Walter (Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen); die Erlaubnis der Veröffentlichung wurde eingeholt:
“…. hier eine kurze Kommentierung per mail, bzw. einige Fragen zur Idee eines
“Wettbewerbs um den Markt” per Ausschreibung:
1. welcher Markt ist gemeint? (Nur der “Suchmaschinenmarkt” oder mehr?)
2. wie oft soll ausgeschrieben werden bzw. wie lange soll der
Gewinner der Ausschreibung den Markt für sich haben?
3. was passiert mit den alten Infos bzw. Verlinkungen, wenn der Markt nach
einer Ausschreibung in andere Hände fällt?

Da scheinen mir noch einige Fragen zu klären zu sein – insbesondere
im so stark dynamischen Umfeld des betrachteten Marktes! …”
Aus der Antwort an Prof. Walter: “… So viel vorab:
– Ich meinte den Markt für Suchmaschinen. Dies ist m.E. die Basis für die Machtposition von Google.
– Ausschreibungsperiode: Man müsste einen Kompromiss finden (zu lange Perioden bringen Kontrollverlust und machen träge), zu kurze Perioden verunmöglichen Lerneffekte. Ich denke an vielleicht fünf Jahre.
– Sofern die User zahlen, dürfen die Daten vom Gewinner nicht weiter genutzt werden. Sofern sie nicht zahlen, sind sie wie heute Eigentum des Gewinners der Ausschreibung und dürfen wie heute verwertet werden.
Heikler sind aber m.E. die Lerneffekte, die bei einem Wechsel des Agenten verloren gehen (z.B. Yahoo statt Google). Allerdings meine ich, dass – nach allem, was ich bisher gelesen habe – der Algorithmus von Yahoo etc. dem von Google nicht wesentlich unterlegen ist. Die Wettbewerber können sich nur nicht die indirekten Netz- bzw. Skaleneffekte im selben Ausmaße wie Google zu Nutze machen. …”

Rent Grabbing

Dirk Löhr

Sie ist die unumschränkte Herrscherin im Netz. 91,2 % Marktanteil (Statista 2014). An der Suchmaschine von Google kommt keiner vorbei. Eigentlich sollte die Diskussion, ob Google eine marktbeherrschende Stellung hat, damit beendet sein. Es ließ aufhorchen, als letzten Monat ausgerechnet vom Vorstand der mächtigen Axel Springer AG ein öffentlicher Hilferuf gesendet wurde (Döpfner 2014). Nun setzte Bundeswirtschaftsminister Gabriel diese Woche einen drauf, als er ein Einschreiten gegen die Marktmacht von Google forderte – offenbar angespornt durch das Vorgehen der EU-Kommission gegen Google (Sueddeutsche.de 2014; SpiegelOnline 2014).

Umstritten ist, worauf sich die Macht von Google eigentlich begründet. Manche Ökonomen sprechen von einer „wesentlichen Einrichtung“, die den Zugang zur Netzinfrastruktur als „Türsteher“ kontrolliere. Andere charakterisieren Google als ein „natürliches Monopol“, das vorliegt, wenn ein einziger Anbieter den Markt kostengünstiger als eine Vielzahl von Anbietern versorgen kann. Begründet wird das Zustandekommen u.a. mit „indirekten Netzeffekten“, wonach – untechnisch gesprochen…

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